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die letzte rettung für meinen sohn ist eine geschlossene anstalt!

Juni 29, 2012

das meinten nicht nur ab und zu mal meine eltern im affekt über mich, sondern ist auch gar eine coverstory, zu der ich im folgenden kommen werden.

donnerstag, 14 uhr, markiert eine der klassische-archäologie-veranstaltungen, die unter sose 2012-archäologiestudenten eher einen zweifelhaften ruf genießt. nach einer ur- und frühgeschichtlichen sache am institut, die meist stark überzogen wird, fährt der haufen studis die da drin saßen – ein großteil der teilnehmer kommender veranstaltung – mit zeitdruck zum campus, und kommt stark verspätet an. gegenüber kommilitoninnen durfte ich die frau, die die 14-uhr-vorstellung macht, schon des öfteren in schutz nehmen – sei es wegen ihres angeblich zu frontalen präsentationsstils, ihrer zu informationszugepackten präsentation, und mehr (dabei ist das eigentlich gut zu hause nachzulesen – also die folien die eh hochgeladen werden, und die veranstaltung erschreckend redundant machen, ein weiterer oft bemängelter punkt). unterhaltungen mit männlichen mitstudenten hängen sich meist an „nach 4 pils würd ich die auch knallen“ oder „gigantomachie … meinste die steht auf so rollenspiele?“ auf.

während sich normalerweise mit kartenspielen bespaßt wird, leute oft früh gehen und ich auch einfach mal ein seminar lang hinten aufm fußboden in aller ruhe einen gigantischen pott chinanudeln fraß, hat sich in letzter zeit eine etwas andere klarcho-bespaßung entwickelt. letzte woche noch mit einer meiner lieblingsmitstudentinnen amüsiert eine bravo „kann der penis in der scheide stecken bleiben?“ girl gelesen (kudos where kudos are due, fr. adolph!), entschied ich mich diese woche für eine freizeit revue.

1,50 kostet dieser schundroman, und kommt meiner lange insgeheim erdachten planung, mal auf tip eine frauenzeitschrift-test-lesewoche zu bloggen, schon mal ansatzweise nahe. das cover verspricht bereits gigantisches: „wer kreuzworträtsel und sudoku löst, lebt länger (…) jogi löw: drama im pflegeheim – rührend, wie er sich um seine verwitwete mutter kümmert“ (leicht abgehändert, doppelpunkt und gedankenstrich waren im original line breaks, würden mich aber hier im format des blogposts zu sehr ankotzen, und den lesefluss – sofern überhaupt wer mitliest? – stören). die erste seite lud uns bereits zu krassen ratespielen ein – wer ist stefanie hertel? wer ist deborah shelton (die ein „drogen-drama um ihren sohn“ erleidet)? wer ist martina naumann? martin feifel? corinne pulver? na ja, die hat immerhin einen lustigen namen. klingt sehr explosiv. direkt nebenher werden aufmerksame konsumenten darauf aufmerksam gemacht, dass daniel radcliffe (fuck yeah, ich weiß wer das ist!) „quälende kopfschmerzen“ habe, christine neubauer (kenn ich nicht) angeblich an einer vielleicht klappenden versöhnung mit ihrem sohn säße, und johnny depp (wer ihn nicht mag ist selbst schuld) sich selbstsüchtigst mit vanessa paradis um scheidungsgeldzeugs zofft, während „tochter lily-rose“ darunter „so sehr leidet“.

so viel, so gut.

nach den artikeln über all das oben genannte, denen ich ehrlich gesagt nicht so viel aufmerksamkeit gewidmet hab, kam ein haufen kreuzworträtsel. ehrlich gesagt hingen wir lange am ersten, da irgendein b-promi (rudolf kowalski – „der wandelbare charakterdarsteller spielt seit 2006 den ‚kommissar stolberg‘: neue folgen ab 3.7., 20.15 uhr (zdf)“) dort eine große rolle spielt. zwischen herkömmlicher kreuzworträtselei kommen kästchen, wo mensch nichts anderes als braucht als fundiertes rudolf kowalski-fachwissen: etwa „sein lieblingsreiseziel“, oder der name „seine[r] tochter (*1990)“. das ist kundenbindung deluxe. wer die freizeit revue tapfer liest, hat sicher schon mal einen artikel gelesen, dass rudolf kowalski gerne angelt, mit seiner frau in seinem mysteriösen lieblingsreiseziel mal nen ruhigen schiebt, und generell sicher auch ein ganz angenehmer typ sein soll. geübte follower deutscher semibekannter schauspieler aus dem öffentlich-rechtlichen direct-to-tv-land werden hier sicher auf ihre kosten kommen. vielleicht lohnt es sich, dafür auch mal öfter tina, lisa, frau im spiegel oder ähnliche konkurrenzprodukte zu lesen. ich hätte zumindest lust, sie zu reviewen.

den rest haben wir nicht gelesen, das rudolf kowalski-kreuzworträtsel war einfach zu viel.

ach so, da war noch ein grill-beiheft drin. sahen lecker aus, die rezepte, allerdings bin ich dafür vermutlich einfach zu sehr ein anhänger simpler kaufland-kühlregal-und-ab-aufn-10-euro-rundgrill-aktionen.

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